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FARBEN DER GESELLSCHAFT
- Eine Deutschland-Reportage unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer

Fotografien von türkeistämmigen Menschen aus 40 deutschen Städten und Texte zu ihren Biographien

Ein halbes Jahrhundert her, dass die Türkei und Deutschland das Anwerbeabkommen geschlossen haben
und somit ein halbes Jahrhundert gemeinsamen Lebens in Deutschland.
Wie leben türkeistämmige Menschen nach 50 Jahren in Deutschland? Was machen sie? Welche Berufe üben sie aus? Wie fühlen sie und was denken sie über Deutschland, Türkei, Zukunft? Der Bremer Fotokünstler und Autor İlker Maga hat versucht, diese Fragen durch eine deutschlandweite Fotoreportage zu beantworten. Er ist innerhalb eines Jahres mit seinem Auto alleine 16 Tausend kilometer gefahren, hat 43 deutsche Städte bereist und 137 türkeistämmige Menschen interviewt und fotografiert, darunter eine Straßenbahnfahrerin, einen Klavierbauer, einen Richter. Aber auch Arbeiter, Akademiker, Beamte, Künstler, Wissenschaftler und  Geschäftsleute hat Ilker Maga porträtiert. Maga stellt alle Personen, die er in sein Projekt aufgenommen hat, mit einem Schwarzweissfotoportrait und einem Text vor. Eine Auswahl dieser Fotos und Biographien wird seit Oktober 2011 in Deutschland als Wanderausstellung gezeigt. Die aus 100 Fotografien und 100 Texttafeln bestehende Ausstellung kann je nach Ausstellungsraum verkleinert, aber auch vergrößert werden.

“Farben der Gesellschaft – Eine Deutschland Reportage”, das ein aktuelles Portrait der in Deutschland lebenden türkeistämmigen Gesellschaft und die einzige Fotowanderausstellung seiner Art ist, wurde als erstes in Bremen in der von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannten Unteren Rathaushalle gezeigt. Die hier drei Wochen gezeigte Ausstellung wurde von mehr als 12 Tausend Menschen besucht. Die Ausstellung, die an den bisher vier Ausstellungsorten von mehr als 40 Tausend Besuchern gesehen wurde, ist in allen Städten auf großen Anklang gestoßen.
İlker Maga: „Ich war begeistert, auf meiner Deutschlandreise die erste türkeistämmige Straßenbahnfahrerin zu treffen, oder einen deutschlandweit bekannten Klavierbauer. Auch einen Baumschuler habe ich kennengelernt, der sich auf alte deutsche Apfelsorten spezialisiert hat.“ Sein Ziel sei es gewesen aufzuzeigen, was für eine Gesellschaft sich nach 50 Jahren in Deutschland entwickelt hat, welches Potenzial, welche Ziele und Träume diese Gesellschaft hat. „Außerdem will ich die in bestimmten Kreisen der deutschen Gesellschaft bestehenden Klischees brechen, den Dialog zwischen den beiden Kulturen stärken und so vielleicht Neuanfänge ermöglichen.”Maga betont, dass es nicht sein Ziel war “erfolgreiche Türken” zu zeigen: Um ein möglichst breites Bild der türkeistämmigen Gesellschaft in Deutschland zu zeichnen, ist Ilker Maga auf Menschen aus ganz verschiedenen Gruppen zugegangen. „Ich wollte Menschen aus der Türkei finden, die ganz unterschiedliche Berufe ausüben. Gibt es zum Beispiel einen Artisten im Zirkus oder einen türkischen Kapitän?“ Ebenso habe er auf seiner Reise versucht zu erfahren, wie es den türkeistämmigen Mitarbeitern nach 50 Jahren bei Ford, VW, Mercedes, Opel oder auch bei TyssenKrupp geht. „Arbeitet vielleicht der Enkel der ersten Generation bei Ford und wenn ja, was denkt er über Deutschland?“, so Ilker Maga. Fotografiert und interviewt hat Maga diese Menschen direkt an ihren Arbeitsplätzen. “Das war ein ganz wichiges Prinzip in diesem Projekt. Dies war von Zeit zu Zeit sehr schwierig, es kam vor, dass wir Menschen, die wir in das Projekt aufnehmen wollten, nicht portraitieren konnten, weil wir die entsprechenden Erlaubnis von der Arbeitsstelle nicht erhalten haben.”İlker Maga: “Es war auf der einen Seite mein Ziel, mit einem neuen Blickwinkel an ein aktuelles Thema in der Politik heranzugehen. Auf der anderen Seite wollte ich auch, dass eine große Fotodokumentation zu diesem Thema entsteht. Und vor allem war mir wichtig, dass eine große Dokumentation mit hoher Qualität entsteht, die der Geschichte hinterlassen werden kann.”Maga  betont, dass sein Projekt lediglich einen Teil der türkeistämmigen Menschen in Deutschland umfasst:
“Meine Arbeit besteht aus einer Fotoreportage, die innerhalb eines Jahres zusammengestellt wurde. Aus diesem Grund kann nur ein geringer Teil des Potentials der türkeistämmigen Menschen in dieses Projekt einfließen. Es ist offensichtlich, dass ein viel größeres Potential besteht. Wichtig ist, dieses Potential nutzen zu wollen, aber vor allem bereit zu sein, zu akzeptieren, das dieses Potential besteht.
Und das ist ganz klar Aufgabe der Politik. Aufgabe der politischen Verantwortlichen beider Länder.