Nahrin Uyar

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Wir treffen uns zu Beginn des Trainings auf dem Fußballfeld des SV Werder Bremen. Es gibt niemanden, den sie nicht grüßen würde. Sie macht Späße, ärgert die anderen. Sie tritt leicht mit Menschen in Kontakt und pflegt ihre Beziehungen. Ihre Sprache ist voller Humor. Ein Wort würde reichen, sie zu verstehen und zu beschreiben, sagt sie: ‚Fußball’.

„Fußball ist mein Leben.“

Im Leben der 1989 in Delmenhorst geborenen Nahrin Uyar gibt es nichts Wichtigeres als Fußball. Was kann es Wichtigeres im Leben eines Menschen geben als Fußball, wenn das Zusammentreffen mit dem Ball, dem Fußball, zurückreicht in die Jahre als Kleinkind, sie seit dieser Zeit ihren ganzen Tag mit dem Ball verbringt und sie nichts anderes erlebt hat, das ihr größere Freude hätte bereiten können?

„Mit zwei, drei Jahren habe ich angefangen, mit den Jungen Fußball zu spielen. Bei jeder Gelegenheit haben wir auf der Straße gespielt. Ich habe zwei Brüder und eine Schwester, alle, außer meiner Mutter, spielen Fußball. Die ganze Familie ist vernarrt in Fußball. Immer, wenn wir zusammenkommen, spielen wir auch Fußball.“

Ich frage, ob ihre Familie sich gegen das Fußballspielen gestellt habe, weil sie ein Mädchen ist und besonders, weil sie mit Jungen spielte:

„Ganz im Gegenteil, meine Familie hat mich unterstützt. 1997 habe ich in der Mannschaft von SV Tur Abdin in Delmenhorst angefangen zu spielen. 2002 wechselte ich zu TV Jahn Delmenhorst. Meine Familie hat mich früher unterstützt und unterstützt mich heute. Ihre Unterstützung hat mir immer Kraft gegeben.“

Das schönste Gefühl in deinem Fußballleben…

„Mein Transfer zu SV Werder Bremen im Jahr 2008…“

Ein anderes Ereignis, an das du dich oft erinnerst und worüber du dich freust…

„Dass mir bei einem Fußballturnier in Spanien die Zuschauer, die mich doch gar nicht kannten, mit ‚Ronaldiña’ applaudierten.“

Mit Nahrin Uyar, Spielerin der Frauenmannschaft des SV Werder Bremen, sprechen wir deutsch. Sie sagt, sie könne nur ein paar Wörter türkisch. Sie spreche aramäisch sehr gut, könne aber nicht auf Aramäisch lesen und schreiben. Ihre Eltern sind 40 Jahre alt. Sie könnten türkisch, würden zuhause aramäisch und draußen deutsch sprechen. „Ich bin stolz darauf, als Aramäerin  geboren und mit den Werten dieser sehr alten verwurzelten Kultur aufgewachsen zu sein.“

Wir sprechen über Midyat, wo die Wurzeln ihrer als Köchin arbeitenden Mutter, die ihres Vaters, der einen Imbiss betreibt, und ihre eigenen liegen. Midyat ist das Zentrum der Aramäer und das Zentrum ihrer Kirche. Wir erfahren, dass Nahrin Uyar ein Mal in ihrem Leben in diese kleine Stadt gefahren ist. Als ich ihr erzähle, dass ich in den Jahren meiner Tätigkeit als Journalist viele Male diese Stadt besucht und über sie geschrieben habe, dass die Aramäer mich in ihre Häuser eingeladen und mich mit ihren besten Speisen bewirtet hatten, ich ihren berühmten selbstgemachten Wein getrunken habe und sich zwischen ihnen und mir Freundschaften entwickelt haben, wird unsere Unterhaltung wärmer. „In den kommenden zehn Jahren möchte ich oft dorthin fahren und unsere Kultur besser kennen lernen“, sagt sie.

Nahrin Uyar spielt nicht nur in der Frauenmannschaft des SV Werder Bremen, sie macht dort auch eine Ausbildung im Bereich Lagerlogistik. Sie wünscht sich nichts sehnlichster als mit ihrer jetzigen Mannschaft möglichst viele Erfolge zu erzielen und so lange wie möglich Fußball zu spielen. „Der Frauenfußball ist nicht so verbreitet wie der Männerfußball. Zum Beispiel gibt es bei den Frauen noch keine Mannschaften wie eine Ü40 Mannschaft.“

Die Spielerin der Frauenfußballmannschaft von SV Werder Bremen wiederholt bei der Verabschiedung noch einmal:

„Fußball ist mein Leben.“

Nahrin Uyar, Sportanlage des SV Werder Bremen, Bremen